Jugend besucht Gedenkstätte "Berliner Mauer"

Die jüngste Jugendaktivität führte die Jugendlichen des Kirchenbezirkes in das Herz der Hauptstadt. Am Samstag, den 24. Oktober bot sich hier die Möglichkeit, die Gedenkstätte„Berliner Mauer“ in der Bernauer Straße zu besichtigen. Neben einer Führung durch die Überbleibsel der einstigen Grenzanlage, kamen die Jugendlichen auch mit der benachbarten evangelischen Kirchengemeinde in Kontakt und konnten etwas über ihre wechselvolle Geschichte lernen.

Wo heute großräumige Rasenflächen zum Verweilen einladen, befand sich bis 1989 die am strengsten bewachte Grenze der Welt. An dieser Stelle wurde Berlin nach dem damaligen politischen Willen für die Bevölkerung unüberwindbar in zwei Teile geteilt. Die Tödlichkeit der einstigen Grenzanlage ist für heutige Besucher der Gedenkstätte kaum noch vorstellbar.

Mindestens 140 Menschen sind entweder bei ihrem Fluchtversuch in die Freiheit oder bei anderen Unglücken im Zusammenhang mit der Berliner Mauer gestorben. Die Schicksale, von denen die Jugendlichen im Rahmen der Führung erfahren haben, sind sehr bewegend. Einige Menschen verletzten sich schon 1961 tödlich durch Fenstersprünge, in der Hoffnung, rechtzeitig die Seite der Freiheit zu erreichen. Andere verbluteten grausam, weil man an der Grenze gezielt auf sie schoss und ihnen medizinische Hilfe verwehrte. Und weitere – insbesondere Kinder – näherten sich ganz ahnungslos der gefährlichen Mauer und verstarben letztlich nur, weil sie zur falschen Zeit am falschen Ort waren. 

Tief betroffen von diesen Biografien, konnten die Jugendlichen im Anschluss in der „Kapelle der Versöhnung“ einkehren und innehalten. Ein Vertreter der dortigen Gemeinde erzählte von der Vorgängerkirche, die noch im Kaiserreich an dieser Stelle erbaut wurde. Er beschrieb, wie sich der Bau ab 1961 plötzlich mitten im Mauerbereich befand und für die Gemeinde nicht mehr betretbar war. In den 1980er Jahren wurde sie abgerissen. Nach dem Mauerfall 1989 bot sich dann die Möglichkeit, an dieser Stelle wieder ein Gotteshaus zu errichten. 

Der Ausflug endete mit einem gemeinsamen Gebet. Darin brachten die Jugendlichen ihren Dank für die heute garantierte Menschenwürde zum Ausdruck, die diese Tötungen verhindert hätte. Und es kam der Appell zum Ausdruck, daran mitzuwirken, dass das auch so bleibt.